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16. Januar 2022 Predigt

von Pfrarrer i.P. László Szilágyi (Evangelische Kirchengemeinde Bitburg) Laszlo Szilagyi

Predigttext: Predigt – Text: 1 Kor. 2,1-10

21Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen. 2Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten. 3Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; 4und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft, 5auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.
 
Von der Weisheit Gottes

6Von Weisheit reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen. 7Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, 8die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn, wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. 9Sondern wir reden, wie geschrieben steht (Jes 64,3): »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.«
10Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes. (Lutherbibel 2017)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

wenn ich der Predigt einen Titel geben sollte würde ich sie vielleicht mit „Das Geheimnis des Gottesdienstes“ betiteln. Denn wir werden es sehen, wie intensiv sich der Redner – in diesem Fall Paulus – mit der Vorbereitung, Gestaltung seiner Rede beschäftigt, was er denkt, womit er sich auseinanderzusetzen hat, als er eine Rede vor der Gemeinde zu halten hat.

Mir fällt eine Identifikation mit dem Prozess sehr leicht, denn als Wortverkünder bedeutet die Predigt für jede Pastor den gleichen inneren Kampf.

 1) Der Verkündiger: „…kam ich nicht mit“

In der griechischen Großstadt, als eine kulturell-, wissenschaftlich-, philosophisch- intellektuelle Zentrale seiner Zeit ist Paulus sehr stark unter Druck gesetzt, Gedanken und eine Sprachwelt in seine Rede zu übernehmen, die die Zuhörer hören wollen, damit er überhaupt ernstgenommen wird. Er widersteht aber diesem Druck: „…meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit…“ Er weiss, dass die Person, die im Gottes Namen etwas zu sagen hat, sich niemals der Zwang der Zuhörer anpassen darf. Ein Zeugnis von Gott hat immer ein deutliches Ziel zu verfolgen, und zwar darüber zu reden – über nicht mehr aber auch nicht weniger - was der Redner selber glaubt: „Denn ich hielt es für richtig…“. Ja, die Glaubwürdigkeit seiner Predigt wird dadurch deutlich, dass man merkt, dass das was er sagt für ihn persönlich wichtig ist. Paulus glaubt an dem Gott von dem er redet. Paulus verleugnet aber gleichzeitig nicht, dass er „in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern“ den Dienst tut. Das ist aber normal und wichtig. Denn jede Person, die im Gottes Namen redet, soll drum bemüht sein, das Wort nicht zu verfälschen und nicht die eigene, sondern Gottes Weisheit weiterzugeben.

 2) Der Verkündigte – „Von Weisheit reden wir“

Dem Prediger – Paulus - ist klar: das was wir zu vermitteln versuchen ist ein Geheimnis. Ein Geheimnis den aber Gott nicht durch das menschliche Intellekt verstehen lässt: „nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt“. Das ist ein Geheimnis, das ständige Erforschung voraussetzt. Es gibt nicht „genug“ Zeit, wo wir sagen könnten: „Jetzt wissen wir es!“ Die, die Gottes Geheimnis verstehen möchten, müssen sich täglich mit ihm auseinandersetzen, an jedem Tag also im Alltag, in jeder Lebensphase, unter allen Umständen. Denken Sie daran: Hätte die Welt manche wissenschaftliche Ergebnisse, wenn die Wissenschaftler sich drei Stunden im Monat (wie das Konfiunterrichtsprogramm in manche Kirchengemeinden ist) mit der Erforschung der Lösungen beschäftigt hätten, oder wenn sie sich einmal in der Woche (wie im Sonntaggottesdienst in unseren Kirchengemeinden) eine Stunde darin investiert hätten? Ich glaube die Antwort ergibt sich von allein. Paulus sagt aber: „wir reden von der Weisheit Gottes“. Das ist keine menschliche Weisheit, das ist keine Sache des zeitlich begrenzten Unterrichtes. Die „verborgene“ Weisheit ist allein durch Jesus Christus deutlich geworden. Es gibt auch keinen alternativen Jesus, alternativen Erlöser, oder alternatives Geheimnis. Das ist einfach eins und von Gott und Jesus untrennbar.

 3) Die Gemeinde: „…keiner…erkannt hat“

Die Worte des Paulus „keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat“ deutet genau auf diese menschliche Arroganz und Nachlässigkeit hin. Wären die Menschen zu sich und Gott gegenüber ehrlich gewesen, „hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt“. Viele Menschen haben ihm gehört und gekannt. Viele Menschen profitieren von seiner Gnade. Trotzdem: „»Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.«“ Die Gemeinde ist zwar jedes Mal eingeladen ihm zu zuhören, ihn nachzufolgen, von ihm gestärkt zu werden. Sie hat ihn aber nicht verstanden. Ob die Gemeinde ihn heute versteht…? Wie oben angedeutet, kein Mensch kann aus seiner eigenen Weisheit und Wissen allein Gottes Weisheit – dass er den Menschen liebt, und den Menschen Jesu Willen verzeihen hat, und den Menschen das Ewige Leben vorbeireitet hat – verstehen. Nur die werden es verstehen können, denen sich Jesus, der am Weihnachten geboren, und am Ostern auferstanden ist, offenbart. Der, der Gottes Weisheit ohne Jesus deuten möchte, kann nur falsch liegen.

Ich habe heute aber wieder meinen Trost in den Worten von Paulus gefunden: „Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist“ Unser Gott ist zwar geheimnisvoll, aber Er ist trotzdem erkennbar. Unser Gott ist verborgen, aber er lässt sich durch seinen Geist offenbaren. Dafür bete ich, und dafür sollen wir auch in unserer, und für unsere Gemeinde beten.

Amen

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Herzlichen Dank für die Unterstützung.

Mit brüderlichem Gruß

László

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