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von Pfrarrer i.P. László Szilágyi (Evangelische Kirchengemeinde Bitburg) Laszlo Szilagyi

Predigttext: Römer 5,5

Hoffnung aber lässt nicht zu Schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist (Lutherbibel 2017)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

0 zu 3, das war nicht gerade ein Ergebnis, auf das man stolz sein konnte. Ärgerlich über sich selbst ging Andreas mit den anderen Jungs seiner Mannschaft zu der Umkleidekabine. Sie hatten den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse nicht geschafft, und er war schuld daran. Andreas war sauer auf sich selbst: Es wollte beim Fußballspiel einfach nichts gelingen. Sooft er auch trainierte und so sehr er sich auch Mühe gab, klappte es nicht. Zu all dem Unglück hatte er am Ende des miserablen Spiels auch noch ein Eigentor geschossen, sodass es mit der Hoffnung auf ein Unentschieden endgültig vorbei war.

Und nun? Was ist nun? Was soll jetzt Andreas machen? Wie soll er in der Mannschaft weiterspielen? Was er kann, was er von sich glaubt zu können, was er beizutragen versucht hat, hat nicht das gebracht, was von ihm erhofft wurde. Gibt es noch Hoffnung?

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Wir haben über eine Themenreihe bestimmt. Wir haben vorgenommen in den nächsten Gottesdiensten über die Verheißungen Gottes Zeugnis zu geben: das Thema heißt „Es gibt noch Hoffnung!“

Wir haben gerade Ostern hinter uns. Durch Ostern wird uns noch deutlicher, in welchem Kontext der Vers über die Hoffnung aus dem Römerbrief zu verstehen ist, und wie Hoffnung wirkt.

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„Ich habe fürchterliche Angst von der Leere, die in mir herrscht“ – sagte mir einmal jemand. Eine andere Person sagte: „Ich habe die Nase voll, dass mein Vater nichts anderes zu bieten hat, als sich selbst“

Die quälende Tat, was alles sich in unserem Inneren und in uns verbirgt, bringt so manches hervor. Wo, wie und wann kann ich all das loswerden was mich vom Jesus fernhält?   

Die vorgelesene Bibelstelle fängt im Originaltext mit einem Wort, das die Zeitangabe des Geschehnisses bestimmt an. Dieses Wort ist „Nun

Um alles Weitere, was wir heute als Ermutigung mit nach Hause nehmen können lohnt es sich uns zu Beginn ein wenig mit dieser Zeitangabe zu beschäftigen.

Was ist denn nun? - fragt man, wenn man aus unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten zu wählen hat?

Elf Jünger und einige Frauen saßen am Ostern, versteckt und beängstigt in einem Haus zusammen. Was passiert nun? Alles was sie bisher mit und von Jesus gelernt zu haben meinen, ist zunichte geworden. Sie haben verloren.

Paulus aber, beginnt seine ermutigenden Worte mit der Überzeugung: jetzt, aktuell, in diesem Moment ist schon alles neu gedacht, es ist alles wieder gut und klar. Denn entscheidend in den gegebenen Umständen ist was der Herr - Jesus ist doch auferstanden – was Jesus zu sagen hat, und nicht wie ich mich fühle, welche Ängste ich gerade habe, welche Hoffnungslosigkeit in mir gerade herrscht.

Keine leichte Aufgabe für Jesus, denn die Jünger sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie mit Jesu Erscheinung gar nicht rechnen.  

Heute leben wir in einer Zeit, in der wir eigentlich nicht über mangelnde Hoffnung, sondern über eine vollkommen fehlende Hoffnung reden. Unser mehr oder minder berechtigte Misstrauen an allen politischen und gesellschaftlichen Richtungen; die gelangweilt entfernte Interesse unserer Kinder und Jugendlichen von lebendigen, präsentischen Gemeinschaften und Freundschaften; das Desinteresse an Religion und an kirchlichen Angeboten, sprechen mit oder ohne Worte darüber, dass wir vom Leben eigentlich sehr wenig, oder gar nichts mehr erhoffen. Wir leben nicht in unserer Zeit, wir überleben nur unsere Zeit.

Schaut mal die Gesichter der Jünger nach der Kreuzigung an: Thomas, der nicht mal dann glaubt, oder glauben will, als 10 Jünger, alle seine Kumpel, ihm über den auferstandenen Jesus erzählen. Er will einfach keine Hoffnung mehr akzeptieren.

„Dann“ kommt Jesus, und spricht die Jünger an. Dann, ist Jesus bei dir, und versucht dich anzusprechen. Die Frage ist nur, bist du bereit statt dich mit dich selbst zu beschäftigen ihn wahrzunehmen?

Nun, lass uns jetzt, wo wir darüber, dass der Auferstandene Jesus als unsere Hoffnung unsere Gegenwart und Zukunft positiv bestimmen möchte gewiss sein können, erfahren, wie dieses geschehen soll:

  • Die Hoffnung – die Jesus selbst ist – „aber lässt nicht zu Schanden werden“

Niemals hat Gott, beziehungsweise Jesus aufgegeben, uns zu retten. Es ist aber keine schöne theologische Theorie geblieben. Jesus hat zwar alles seiner Jünger vorausgesagt, er ist aber nicht nur bei den Worten geblieben. Er hat alles durchgeführt Er ist gestorben, auferstanden, und ließ seine Jünger auch nicht „zu Schanden werden“. Hinter geschlossene Tür wussten sie es erst nicht. Ihr Frust, ihre Furcht und ihr Zweife hat sie daran gehindert, erst den Frauen, dann Johannes und Petrus zu glauben was sie über Jesu Auferstehung erzählt haben.

Sie sind solange selbst zu Schanden gewesen, sie ihre Hoffnung an den Auferstandenen nicht wahrgenommen haben. Was hält die Menschen des dritten Jahrtausends davon ab, sich nicht zu Schanden des Unglaubens zu werden? Warum ist es so schwer, Ängste und Furcht anzuerkennen, und die Hoffnung sich als ein zu erreichendes / erwerbendes Ziel zu setzen?

Und bevor sie sich aufregen, sich sowas sich sagen zu lassen: würden 99% aller Menschen sofort folgendes behaupten: „wir haben doch alle unsre Hoffnung“, „wir reden auch über unsere Hoffnung“. Dabei lässt es sich herausstellen: das, was die Menschen als Hoffnung benennen ist häufig nur ihr Interesse. Und sobald zwei Hoffnungen in zwei Menschen unterschiedliche Interessen-Welte vertreten bricht oft Unzufriedenheit, Unruhe, gar Krieg aus. So werden diese Hoffnungen dann doch zu Schande.

Die wahre Hoffnung – der auferstandene Jesus – ist immer mit Liebe und Leben zu verbinden. Die Hoffnung aus purem eigenem Interesse bringt nur Tod, siehe die Kreuzigung Jesu, und Furcht, siehe die Römer, die Angst davor hatten, dass Jesus vielleicht doch auferstehen wird.     

  • Die Hoffnung „ist ausgegossen worden“! Die Hoffnung ist die Liebe Gottes für die Menschen! Dieser Erklärung hörten die Jünger Jesu drei Jahre lang zu. Die Aussage ist dann mit dem Abendmahl besiegelt worden.

Auf dem ersten Blick hört sich alles ein bisschen theoretisch an. Das ist es aber nicht. Denn die Liebe Gottes ist durch das Blut von Jesus Christus, das für uns ausgegossen war zu unserer Hoffnung geworden: „es gibt noch Hoffnung“- würde Gott Sagen. Es gibt noch richtige Hoffnung, denn Jesus hat sich für uns geopfert.

Lasst euch bitte heute und hier auch für uns klären, was dieses Wort „Hoffnung“, im Alltag der Jesus-Gläubigen bedeutet:

Hoffnung bedeutet Erwartung. Denn die, die Ihre Hoffnung in Jesus haben, können berechtigt erwarten, dass Er seine Kinder von der Verdammnis bewahrt. Es ist aber gleichzeitig auch eine neue Berechnung, denn ab Jesu Tot wird den Gläubigen keine Schuld mehr zugerechnet. Der Wunsch durch Jesus gesegnet zu werden, wird mit dem gleichen Wort „Hoffnung“ ausgedrückt. Schrei in der Not bedeutet im griechischen auch Hoffnung. Hoffnung bedeutet auch Kulturlandschaft. Nicht zuletzt beinhaltet Hoffnung als Begriff folgendes: „Pflichtbewusst“, „Beständigkeit“ „nicht verzweifeln“, „Zusage“. Hoffnung ist ein Wort, das die Beziehung von Gott zu den Menschen beschreibt. Ein Wort, das so viele Bedeutungen hat. Der Mensch darf sich zu diesem Wort zuordnen, und seine Beziehung zu Gott wie eine Lebensform durch dieses Wort bestimmen, beziehungsweise bestimmen lassen.

  • Die Hoffnung, „welcher uns gegeben ist“. Die Hoffnung ist wie ein neuer Herzschrittmacher: sie wohnt in unser Herz durch den heiligen Geist. Der alte Herzschrittmacher war unpassend. Er hat weder dem Körper noch dem Geist, noch anderer Menschen geholfen. Dieser Göttliche Zugriff war einfach dringend notwendig.

Ich habe während der Ostertage in Nachrichten unterschiedlicher Länder gehört, dass in diesen Tagen sehr viele Menschen Blut gespendet haben. Mein Vater war auch Blutspender, da er eine Blutgruppe hatte, die für jede und jeden geeignet war. Er wusste aber auch aus persönlicher Erfahrung, was es bedeutet Blut zu bekommen. Als ich geboren war, explodierte eines Tages seine Niere wortwörtlich. 100 kleine Nierensteine haben sich im Magen zerstreut (Medizinisch beschreibt man das wahrscheinlich anders). Er bekam Blut von Anderen um zu Überleben. Der Arzt hatte ihm gesagt: da ich weiß, dass Sie Vater von sieben Kindern sind, werde ich versuchen Sie zu retten. Und er hat ihn gerettet. Ihm, meinem Vater, wurde auch etwas gegeben. Er hatte noch Hoffnung bekommen. Es gab noch Hoffnung.

Nehmet hin den Heiligen Geist!“ sagt Jesus in Johannes 20. Und damit hat er nach seiner Transfusion, das rettende Blut, die neue Hoffnung für die Menschen, gegeben.

Keine Eigenleistung, und kein Verdienst. Allein durch seine Gnade.

„Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ – steht es im Johannes 20. Und das wurde zur Hoffnung der Menschheit. Hoffnung ohne Jesus ist vorübergehend. Egal, wo wir nach Hoffnung suchen, worauf wir unsere Hoffnung setzen, wenn diese nicht die Hoffnung ist, die Jesus selbst bietet, werden wir früher oder später enttäuscht. Jesus selbst ist die Hoffnung. Der Glaube an Ihm. Umsonst reden wir drum herum. Das ist die Wahrheit. 

Freuet Euch, und werdet selbst zu Hoffnungsträger. Die Welt sehnt sich nach den Christus Gläubigen. Sei Zeuge der Hoffnung, die wir auch umsonst empfangen haben.

UND DER FRIEDE GOTTES, DER HÖHER IST ALS ALLE UNSERE VERNUNFT, DER BEWAHRE UNSERE HERZEN UND SINNE IN CHRISTUS JESUS, DEM GEKREUZIGTEN UND AUFERWECKTEN UND GEGENWÄRTIGEN! Amen

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Mit brüderlichem Gruß

László

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